
Am 20. März fand die erste Sitzung des Ruhrparlaments im Jahr 2026 statt. In der konstituierenden Sitzung der Verbandsversammlung im vergangenen Jahr wurden noch sehr viele Gremien besetzt. Doch nun konnten wir die ersten politischen Erfolge einfahren.
Radwegebau mit Tempo
Jedes Jahr darf das Ruhrparlament über die Priorisierung von Maßnahmen zum Radwegebau an Landesstraßen entscheiden. Die Bezirksregierungen erarbeiteten hierzu eine Vorlage, die allerdings in Teilen unlogisch ist. Sie schlagen vor, viele Maßnahmen hoch zu priorisieren, obwohl sie noch gar nicht baureif sind. Andere Maßnahmen, die schon viel weiter fortgeschritten sind, stellen sie manchmal hintenan. Genauso sieht es bei der Vorlage zu Maßnahmen zum Um- und Ausbau von Landesstraßen aus. Das konnten wir so nicht stehen lassen und haben jeweils einen Änderungsantrag eingereicht, indem die Priorisierungen sich besonders an der Baureife und der Gefahrenabwehr orientieren sollen. Beide Änderungsanträge wurden einstimmig beschlossen.
Abwägung zwischen Zivilschutz und Grünzug
Die Stadt Bottrop benötigt eine neue Rettungswache und hat dafür Standorte geprüft. Als bestmöglicher Ort hat sich ein Grundstück im Grünzug ergeben, das teilweise als landwirtschaftliche Fläche genutzt wird. Das Prüfverfahren war vorbildlich und leider hat sich kein anderer Standort ergeben. Wir haben der Verbandsversammlung verdeutlicht, dass unsere Zustimmung eine Ausnahme darstellt. Sie basiert auf fehlenden Standort-Alternativen und der Priorisierung von Rettungsinstitutionen. Die Grünzüge sind die Grundlage für die Lebensqualität der Menschen im Ruhrgebiet. Wir werden Sie schützen.
Fortsetzung der Standortmarketingkampagne
Das Ruhrgebiet – Hier bleibt alles anders – so lautet die Kampagne des Regionalverbandes Ruhr. Als Grüne haben wir jahrelang kritisch auf die Ausgestaltung der Standortmarketingkampagne geschaut, nun hat sie sich positiv entwickelt. Die Verwaltung schlägt vor, die Option zu ziehen, die Zusammenarbeit mit der aktuellen Agentur, um ein Jahr zu verlängern – insbesondere damit während der IGA im nächsten Jahr kein Umbruch entsteht. Dies hat uns überzeugt und wir stimmten der Vorlage zu.
Finanzierung der Internationalen Gartenausstellung 2027
Im April beginnt der Vorverkauf für die Tickets zur IGA 2027, die in einem Jahr eröffnet wird. Um die Finanzierung zu sichern wurde beschlossen, auf eine extra für solche Fälle geschaffene Rücklage zurückzugreifen und die Einnahmen nach oben anzupassen. Als Grüne haben wir betont, dass die IGA auch ein soziales Projekt ist. Hier können insbesondere Familien für wenig Geld an vielen Orten im Ruhrgebiet eine wundervolle Zeit verbringen. Alle demokratischen Fraktionen stimmten dem neuen Finanzierungskonzept der IGA 2027 zu.
Wie geht es mit den Beteiligungen des RVR weiter?
Auf Antrag der Koalition von SPD und CDU wurde beschlossen die beiden RVR-Gesellschaften BMR (Business Metropole Ruhr) und RTG (Ruhr Tourismus GmbH) mit der Standortmarketingkampagne zu fusionieren. Die Verwaltung soll nun ein Konzept und Zeitplan zur Umsetzung vorlegen. Als Grüne fordern wir bereits seit Jahren die Gesellschaften zu einer Marketinggesellschaft Ruhr zusammenzuführen. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Darüber hinaus hat die Verwaltung ein Gutachten zur Optimierung des Beteiligungsportfolios des Regionalverbandes Ruhr in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Die Freizeitgesellschaften sollen teilweise fusionieren und umstrukturiert werden. Die Verwaltung wird in einem Änderungsantrag der Koalition aufgefordert, die einzelnen Vorschläge der Gutachter*innen zu bewerten und dem Ruhrparlament vorzulegen. Aus unserer Sicht legt das Gutachten jedoch zu sehr den Fokus auf Fusionen und Ausstiegen aus Gesellschaften. Als Grüne sind wir der Meinung, dass sich der RVR in einigen Fällen stärker engagieren muss, um die Kommunen effektiv zu entlasten. Der Änderungsantrag und die so geänderte Vorlage der Verwaltung sind trotzdem sinnvoll und wurden einstimmig beschlossen.
RuhrGames auf neuen Wegen
Die RuhrGames sind ein großer Erfolg, nun gilt es, zusätzliche Formate zu schaffen und Satellitenprojekte zu den Games zu etablieren. Um dafür verlässliche Strukturen zu stärken, die ganzjährig an den Projekten arbeiten können, wird nun eine gemeinnützige GmbH gegründet: Die Ruhr LIVE gGmbH. Auch dieser Beschluss wurde einstimmig gefasst.
Weitere Gremien besetzt
Für die Ruhr LIVE gGmbH haben wir Patrick Voss in den Aufsichtsrat entsandt. Bei der Kultur Ruhr GmbH vertritt uns Mayra Flick und zum Städtetage NRW schicken wir Oliver Linsel und seine Stellvertretung Kirsten Deggim.


