Mobi­lität

Mobi­lität bedeutet Lebens­qua­lität: Wir wollen eine Metro­pole Ruhr, in der alle Menschen sicher und bequem mobil sein können, ohne dabei ein dickes Porte­mon­naie haben zu müssen. Dazu muss der Anteil von Wegen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bus und Bahn zurück­ge­legt werden, deut­lich erhöht werden.

Unsere Posi­tionen zur Mobi­lität

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Ein Tarif, ein Netz, eine Metropole

Die Tarif­stufen des Verkehrs­ver­bundes Rhein-Ruhr (VRR) enden oft an Stadt­grenzen, das Leben der Menschen aber nicht. Wir GRÜNE streben einen Tarif für die Metro­pole Ruhr und eine radi­kale Senkung der Fahr­preise an. Ein Jahres­ti­cket für die Metro­pole Ruhr soll nur 1 Euro pro Tag kosten. Dazu wollen wir die Struk­turen auf mehr Koope­ra­tion umstellen und die kommu­nalen Verkehrs­be­triebe bis 2025 zu einem ruhr­ge­biets­weiten Verkehrs­be­trieb fusio­nieren. Kommu­nale Verkehrs­be­triebe sollen bereits im Vorfeld Anreize für frei­wil­lige Fusionen erhalten. Verkehrs­ver­bunds­grenzen in der Metro­pole Ruhr wollen wir beenden – das gesamte Gebiet des Kreises Unna sowie der Stadt Hamm muss schnellst­mög­lich in den Verkehrs­ver­bund Rhein-Ruhr. Das neu geschaf­fene Mobi­li­täts­re­ferat des Regio­nal­ver­bandes Ruhr soll die nötigen Kapa­zi­täten dafür erhalten, einen solchen Prozess anstoßen und begleiten zu können.
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Freie Fahrt für Jugendliche

Die Fahrt mit Bus & Bahn wollen wir für Schüler*innen, Auszu­bil­dende sowie Leister*innen eines frei­wil­ligen sozialen Jahres oder Bundes­frei­wil­li­gen­dienstes in der gesamten Metro­pole Ruhr kosten­frei machen. Für Studie­rende soll die Fahrt in der Metro­pole Ruhr eben­falls kosten­frei sein – der entspre­chende Anteil am Semes­ter­ti­cket für das Ruhr­ge­biet soll auf 0 Euro gesenkt werden. Denn der Zugang zu Bildung und Teil­habe darf nicht länger durch Mobi­li­täts­schranken erschwert werden. Statt­dessen soll die junge Genera­tion in der Metro­pole Ruhr direkter als bisher mit dem Nahver­kehr und dem Gefühl einer vernetzten Metro­pole aufwachsen. Wir wollen das kosten­lose Ticket für die jungen Gruppen evalu­ieren und auf dieser Basis eine soli­da­risch finan­zierte, ticket­freie Lösung für alle Menschen in der Metro­pole Ruhr prüfen.
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Schneller, besser, vernetzter – für ein Zukunftsnetz

Wir wollen so schnell wie möglich einen regio­nalen Nahver­kehrs­plan auf den Weg bringen, damit Mobi­lität in der Metro­pole Ruhr aus einem Guss geplant wird und sich spürbar für die Nutze­rinnen und Nutzer verbes­sert. Unsere Busse & Bahnen im Ruhr­ge­biet sollen in deut­lich dich­terem Takt fahren und gut aufein­ander abge­stimmt sein. Wir wollen, dass die Orte unserer Metro­pole auch nachts bedarfs­ge­recht mitein­ander verbunden ist und dafür ein regio­nales Nacht­netz – auch an Werk­tagen – auf den Weg bringen. Der Regio­nal­ver­band Ruhr soll sich gegen­über der Deut­schen Bahn zudem für eine Verdop­pe­lung der Zahl der S‑Bahn-Stationen einsetzen. Damit möchten wir errei­chen, dass zum einen mehr Menschen eine entspre­chende Station in ihrer Nähe haben und zum anderen durch neue Umstei­ge­punkte auch Reise­zeiten verkürzt werden können. Teil der regio­nalen Verkehrs­pla­nung soll auch die vernetzte Mobi­lität, also die Verknüp­fung mit Ange­boten wie Carsha­ring oder bike & ride, werden.
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Bus & Bahn müssen besser als das Auto sein

Wer im Vergleich zum Auto mit dem ÖPNV doppelt so lang für eine Strecke braucht, der steigt auch bei güns­ti­geren Ticket­preisen nicht um. Wir wollen die Schnel­lig­keit von Bus & Bahn im Ruhr­ge­biet ständig evalu­ieren und mit dem Auto verglei­chen. In der ganzen Metro­pole Ruhr, auch in unseren länd­li­chen Räumen, muss der öffent­liche Nahver­kehr (ÖPNV) attrak­tiver sein als das Auto. Insbe­son­dere auf den Nord-Süd-Stre­cken im Ruhr­ge­biet muss der Nahver­kehr dafür rasch ausge­baut werden.
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Ein Bahnhof für jede Stadt

Viele Städte, darunter auch Städte mit mehreren 10.000 Einwohner*innen, haben keinen Bahnhof mehr, obwohl dort noch Gleise liegen. Diese Städte müssen wieder an den schnellen Nahver­kehr auf der Schiene ange­schlossen werden. Bei Städten ohne Gleis­an­schluss ist ein Stre­cken­neubau oder eine ander­wei­tige schnelle und attrak­tive Anbin­dung an das nächste Ober­zen­trum zu prüfen.
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Unseren Beitrag für den Deutsch­land­takt leisten

Wir unter­stützen die Bestre­bungen nach dem soge­nannten „Deutsch­land­takt“. Dieser soll eine deutsch­land­weite Abstim­mung aller Fahr­pläne mit sich bringen. Auch in der Metro­pole Ruhr wollen wir dazu unseren Beitrag leisten, um so Reise­zeiten zu verkürzen und mehr Menschen in die Züge zu bringen.
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Mehr Tempo bei den Radschnellwegen

Mit dem welt­weit viel beach­tetem Radschnellweg 1 ist unsere Metro­pole Vorrei­terin beim Klima­schutz und bei der Mobi­li­täts­wende hin zu einem größeren Anteil des Radver­kehrs im Alltag. Wir wollen nun mehr Tempo beim Bau dieses und anderer Radschnell­wege machen.
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Für ein Radwe­ge­netz der ganzen Metropole

Das Ruhr­ge­biet ist eine Pend­ler­re­gion und die Wege über die Stadt­grenzen sind oft kurz. Insge­samt sind fast 2.000 Kilo­meter alltags­taug­li­cher regio­naler Radver­bin­dungen geplant. Wir setzen uns für eine schnelle Umset­zung dieser als regio­nale Schnell­ver­bin­dungen ein und werden das regio­nale Radwe­ge­netz laufend evalu­ieren und weiter­ent­wi­ckeln. Unsere Radwege müssen sicher, sauber und beleuchtet sein.
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Metro­pol­rad­ruhr ausbauen und fit für die Zukunft machen

Das Leih­r­ad­system „metro­pol­rad­ruhr“ erfreut sich seit Jahren stei­gender Ausleih­zahlen. Für den weiteren Ausbau fordern wir an allen Bahn­höfen, Stadt- und Stra­ßen­bahn­sta­tionen sowie wich­tigen Buskno­ten­punkten und anderen Verknüp­fungs­punkten eine Leih­r­ad­sta­tion. Das metro­pol­rad­ruhr soll in allen 53 Städten im Ruhr­ge­biet zur Verfü­gung stehen. Wir streben an, das Leih­r­ad­system in die Tarife des öffent­li­chen Nahver­kehrs zu inte­grieren und somit weitere Nutzer*innenkreise zu erschließen.
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Regio­nales Park­raum­ma­nage­ment gegen den Stau

Damit unsere Innen­städte lebendig und attraktiv werden und nicht weiter im Verkehr ersti­cken, ist eine regional abge­stimmte Stra­tegie beim Umgang mit Park­raum wichtig. Nur wenn die Städte sich bei den Park­ge­bühren nicht gegen­seitig unter­bieten, kann Park­raum­be­wirt­schaf­tung eine Lenkungs­funk­tion haben. Wir werden uns deshalb für ein regio­nales Park­raum­ma­nage­ment einsetzen, das zu einer nach­hal­tigen Verrin­ge­rung des Auto­ver­kehrs in den Innen­städten führt und dessen Einnahmen in den Nahver­kehr inves­tiert werden.
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Keine neuen Autobahnen

Grund­sätz­lich sind wir gegen neue Auto­bahnen und den Ausbau bestehender Auto­bahnen – so wehren wir uns beispiels­weise gegen den Ausbau der A40 in Bochum oder des A3-Kreuzes in Ober­hausen. Für Auto­bahnen geplante Inves­ti­tionen sollen statt­dessen in den Nahver­kehr und die Radwege der Metro­pole Ruhr fließen. – Denn nur mit weniger Autos auf den Straßen lässt sich Stau deut­lich besser vermeiden.
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Binnen­schiffs­ver­kehr ökolo­gisch modernisieren

Die Metro­pol­re­gion Ruhr soll die Region mit einer starken und umwelt­freund­li­chen Binnen­schiff­fahrt als einem wesent­li­chen Verkehrs­träger werden. Ohne eine attrak­tive und leis­tungs­fä­hige Verkehrs­in­fra­struktur in diesem Bereich werden die zu erwar­tenden Güter­mengen nicht bewäl­tigt werden können. Deshalb müssen Schleusen, Brücken und das Kanal­netz ertüch­tigt werden. Wir fordern daher die Landes­re­gie­rung auf, zeitnah zu einem „Runden Tisch Binnen­schiff­fahrt“ einzuladen.

Fahr­rad­in­fra­struktur ausbauen

Mehr hoch­wer­tige Radwege, eine bessere Taktung bei Bus und Bahn und ein einfa­ches Tarif­system sind die besten Mittel gegen den Dauer­stau auf der A40 und anderen Auto­bahnen im Ruhr­ge­biet. Zusätz­lich spart man sich die Milli­ar­den­teuren Aus- und Neubauten der Straßen und schont das Klima. Der RVR kann hier aber Groß­teils nur als Vermittler zwischen Bund, Land, Kommunen und anderen Akteuren auftreten.

Regio­nales Radwegenetz

Mit dem knapp 1800 km regio­nalen Radwe­ge­netz für den Alltags­ver­kehr hat der RVR den Bedarf für das Ruhr­ge­biet formu­liert. Jetzt muss noch gebaut werden. Förder­gelder sind ausrei­chend vorhanden, nur an Fach­leuten und am poli­ti­schen Willen die Prio­ri­täten bei den Verkehrs­wegen neu zu setzen, fehlt es teil­weise noch. Wir möchten schnellst­mög­lich eine Umset­zung des regio­nalen Radwe­ge­netzes, damit die Verkehrs­wende um das Ruhr­ge­biet keinen Bogen machen muss.

Der Nahver­kehr als Lebensader

Das Ruhr­ge­biet nennt sich gerne Metro­pole. Dazu gehört aber neben dem Namen auch ein metro­po­len­ge­rechter Nahver­kehr, der regional abge­stimmt, alle Städte im dichten Takt verbindet. Der Rhein-Ruhr-Express (RRX) ist ein erster Baustein zu einem metro­po­len­ge­rechten Nahver­kehr im Ruhr­ge­biet. Für einen Nahver­kehrs­plan aus einer Hand setzen wir uns im Ruhr­par­la­ment ein, damit in Zukunft kein Bus und keine Stra­ßen­bahn an der Stadt­grenze umkehren muss.