Gemeinsam aufblühen
Mit GRÜN ins Ruhrgebiet von Morgen.
Liebe Wählerinnen und Wähler,
unser Ruhrgebiet ist mehr als eine Ansammlung von Städten – es ist eine Gemeinschaft von mehr als 5 Millionen Menschen in 53 Kommunen. Unsere Grenzen verlaufen oft nur entlang kleiner Straßenschilder, doch unsere Verbindungen sind stark. Wir leben und arbeiten gemeinsam.
Ob Ihr Euch in einem Stadtteil, einer Stadt oder im ganzen Ruhrgebiet zu Hause fühlt: Wir Grüne sorgen dafür, dass der Regionalverband Ruhr dafür arbeitet, das tägliche Leben zu verbessern. Das Ruhrgebiet hat eine der dichtesten Bildungs- und Hochschullandschaften, einen starken industriellen Kern und eine offene Willkommenskultur. Wir wollen diese Stärken nutzen, um Herausforderungen wie Kinderarmut, die Abwanderung junger Familien und den Strukturwandel zu meistern. Wir wollen dafür sorgen, dass die Stimme der Menschen im Ruhrgebiet in einer starken Verbandsversammlung Gehör findet.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt: SPD und CDU setzen auf die Antworten von gestern, statt zukunftsorientiert zu investieren. Viel zu oft wurde das Trennende betont, statt die gemeinsamen Stärken auszubauen. Wir Grüne sind bereit, Verantwortung zu übernehmen, um die Potenziale des Ruhrgebiets freizusetzen. Unser Programm bietet dafür Konzepte, die gemeinsam mit Euch weiterentwickelt werden können:
- Bessere Mobilität: Moderne Bahnen, sichere Radwege und kluge Planung statt gnadenloser Autobahnausbau.
- Grüne Wirtschaft: Arbeitsplätze sichern, nachhaltige Technologien fördern und Wertschöpfung vor Ort erhalten.
- Starker Zusammenhalt: Investitionen in Bildung, Kultur und das Gemeinwesen, um unsere Vielfalt zu stärken.
- Bildung, und zwar lebensbegleitend und in allen Phasen, ist eine wichtige Ressource und ein Beitrag zur Lösung der gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen und Probleme.
Wir freuen uns, mit Euch ins Gespräch zu kommen. Eure Fragen, Anregungen und Kritik werden uns ein Ansporn sein, denn dein tägliches Leben zu verbessern, ist unser Auftrag im Ruhrparlament!
Eure Grünen Spitzenkandidat*innen für die Wahl des Ruhrparlamentes
Sabine von der Beck & Patrick Voss
1. Für eine attraktive Metropole, die einfach funktioniert
Ausfallende Bahnen, unzureichende Radwege und Staus bestimmen viel zu oft den Alltag. Es wird Zeit, dass wir unsere dichte Vernetzung zum Standortvorteil machen und eine Mobilität ermöglichen, die Paris, London und Wien als Ansporn nimmt. Da das Ruhrgebiet nicht eines, sondern viele Zentren hat, schaffen wir viele Zentren der Mobilität. Mit einer nachhaltigen Planungspolitik sorgen wir für eine gute Zukunft für das Ruhrgebiet und zünden den Turbo für die erneuerbaren Energien.
Unsere Ziele:
- 15-Minuten-Takt auf allen S‑Bahn-Linien: Ausbau des Netzes mit besseren Anbindungen. Verdoppelung der S‑Bahnhöfe, Ausbau der Bahnstrecken.
- 2000 Kilometer regionale Radwege: Alltagstaugliche Verbindungen schnell umsetzen.
- Einheitliche Verkehrsplanung: Planung und Betrieb von Bus und Bahn über Stadtgrenzen hinweg.
- Stopp des Autobahnausbaus: Gelder in bessere Mobilität investieren, um den Stau zu stoppen.
- Metropolrad Ruhr: Flächendeckend, flexibel und gratis bei Nutzung des Deutschland-Tickets.
- Kein Flächenverbrauch mehr bis 2030: Sinnvoll planen und unsere Freiflächen als Standortvorteil erhalten.
Leistungsfähiges und metropolengerechtes (S-)Bahn-Netz
Eine Verdoppelung der S‑Bahn-Stationen im Ruhrgebiet und 15-Minuten-Takt auf allen S‑Bahn-Linien statt langem Warten auf den Nebenstrecken: Mit unserem Konzept “S‑Bahn 2.0” haben wir im Ruhrparlament bereits dargestellt, wie der Bahnverkehr der Zukunft im Ruhrgebiet aussehen kann und welche Vorteile sich daraus ergeben. Wir setzen uns ein für ein S‑Bahn-Netz, das für Euch zuverlässig und schnell funktioniert. Der Ausbau des Schienennetzes im Ruhrgebiet hat für uns oberste Priorität.
Wir machen uns bei Bund und Land dafür stark, dass alle Städte im Ruhrgebiet wieder an die Schiene angebunden werden.
Busse und Bahnen über Stadtgrenzen planen: Ein Netz, eine Metropole.
Deine Nahverkehrs-Verbindungen von Tür zu Tür interessiert sich nicht für Stadtgrenzen. Darum bringen wir einen regionalen Nahverkehrsplan auf den Weg und wollen beim Regionalverband Ruhr unsere Busse und Bahnen aus einer Hand planen. Unser Ziel ist, dass bis 2035 drei Viertel aller Tür-Zu-Tür-Verbindungen in unter 90 Minuten und die Hälfte in unter 60 Minuten erreicht werden.
Außerdem sollten im Nachtverkehr Busse und Bahnen aufeinander abgestimmt werden, damit auch an Werktagen alle wichtigen Ziele durchweg mit dem Nahverkehr erreichbar sind. Der Regionalverband Ruhr soll für das Ruhrgebiet einen Masterplan Nachtverkehr erarbeiten.
Endlich mehr Tempo bei Radwegen
Wir wollen, dass Ihr im Ruhrgebiet sicher und schnell mit dem Fahrrad vorankommen könnt. Insgesamt sind fast 2.000 Kilometer alltagstaugliche regionale Radverbindungen im Ruhrgebiet geplant, die innerstädtische Radwege sinnvoll untereinander verbinden sollen. Wir Grüne drängen beim Land NRW darauf, dass die Radschnellwege schneller geplant und gebaut werden und sich die Planungsverfahren deutlich vereinfachen.
Im Regionalverband Ruhr selbst sollen mehr Geld und mehr Personal dafür sorgen, dass weitere Freizeit- und Alltagsradwege schnell realisiert werden können. Für uns Grüne gelten dabei breite, asphaltierte und beleuchtete Radwege als regionaler Standard. Alle Radwege im Ruhrgebiet sollen die gleiche, hohe Qualität haben.
Wir Grüne fordern die gemeinsame Planung und den Bau von Radwegen. Dazu wird eine Infrastrukturgesellschaft gegründet. Wir Grüne wollen, dass sie auch weitere Infrastrukturprojekte im Auftrag der Kommunen übernimmt.
Metropolrad Ruhr im gesamten Ruhrgebiet
Damit Ihr einfach von der Haltestelle ans Ziel kommt, stärken wir das Metropolradruhr. An allen wichtigen Bahnhöfen, Stadt- und Straßenbahnstationen sowie wichtigen Busknotenpunkten und anderen Verknüpfungspunkten sollen Leihradstationen entstehen. Wir streben an, das Leihradsystem im gesamten Ruhrgebiet zur Verfügung zu stellen und in das Deutschland-Ticket zu integrieren, damit überall eine unkomplizierte Nutzung der Leihräder möglich ist.
Metropole Ruhr auf der Schiene mit Deutschland und Europa vernetzen
Damit das Ruhrgebiet nicht nur mit dem Nahverkehr gut erreichbar ist, sondern auch aus benachbarten Regionen in Deutschland und dem Ausland, verlangen wir Grünen eine schnelle und umfassende Realisierung aller Fernverkehrsprojekte aus dem sogenannten Deutschland-Takt. Wir wollen das Ruhrgebiet schneller an Berlin und Hamburg anbinden und drängen deshalb auf den Ausbau der ICE-Strecken zwischen Bielefeld und Hannover sowie Lünen und Münster.
Im boomenden Nachtzugverkehr darf das Ruhrgebiet nicht übersehen werden. Innerdeutsche, aber auch internationale Nachtzugverbindungen bieten großes Potenzial in der Metropole Ruhr.
Parken regional abstimmen
Wie wir mit dem ruhenden Verkehr umgehen, ist ein zentraler Punkt der Mobilitätswende. Eine regional abgestimmte Strategie beim Umgang mit Parkraum ist wichtig, damit sich die Städte bei den Parkgebühren nicht gegenseitig unterbieten und die Parkraumbewirtschaftung eine Lenkungswirkung entfaltet. Wir Grüne engagieren uns deshalb für ein regionales Parkraummanagement, das zu einer nachhaltigen Verringerung des Autoverkehrs in den Innenstädten führt. Dazu gehören einheitlich gestaffelte Parktarife für das gesamte Ruhrgebiet sowie die Investition dieser Einnahmen in den Nahverkehr.
Keine neuen Autobahnen
Wir Grüne setzen uns bei der Bundesregierung dafür ein, dass grundsätzlich alle neuen Autobahnbauten oder ‑ausbauten gestoppt werden. Die für neue Autobahnen geplanten Investitionen sollen stattdessen in die Sanierung der Straßen und Brücken sowie in Ihre Zukunft fließen: In den Ausbau des Nahverkehrs und der Radwege.
Auswirkung des Klimawandels als zentrales Kriterium für Planung
Der Regionalverband Ruhr erstellt den Regionalplan für uns alle. Ein Plan für die Zukunft funktioniert nur mit Verantwortung für die Zukunft. Wir setzen uns deshalb dafür ein, dass wir mit unserer Flächenplanung einen Beitrag zur Einhaltung der Pariser Klimaziele leisten.
Nicht nur die Einhaltung der Klimaziele ist wichtig, sondern auch die Vorbereitung auf die Auswirkungen des Klimawandels. Anpassungen an das neue Klima und an Wetterextreme werden in der Regional- und Stadtplanung immer wichtiger. Wir wollen, dass Ihnen im gesamten Ruhrgebiet neue Hitzeinseln in dicht bebauten Bereichen zur Verfügung stehen sowie Grünzüge, Wälder und Freiräume als Frischluftschneisen und Kaltluftentstehungsgebiete geschützt bleiben. Kleinen und großen Flüssen muss mehr Raum gegeben werden, damit Starkregenereignisse und Hochwasser weniger schlimme Folgen haben.
Netto-Null Flächenverbrauch bis 2030
Um die bestehenden Freiräume zu schützen, spielt die Umnutzung von Brachflächen im Ruhrgebiet eine große Rolle. Wir wollen daher, dass alte Zechengelände oder Kraftwerksstandorte schnellstmöglich einer neuen Nutzung zugeführt werden. Dazu wird ein Flächenentwicklungsfonds gegründet, der belastete Flächen saniert und schnell einer neuen Nutzung zuführen soll. Für den Mittelstand braucht es ausreichend geeignete und kleinteilige Flächen, damit mittelständische Unternehmen weiter im Ruhrgebiet produzieren können.
2. Für eine starke Metropole Ruhr, die Wohlstand für alle schafft
Eure Arbeit trägt dazu bei, dass unser Ruhrgebiet bis heute ein Rückgrat der deutschen und europäischen Wirtschaft ist. Strukturbrüche haben wir gemeistert wie keine andere Region. Wir wollen diese Stärke nutzen, um eine klimaneutrale Transformation zu schaffen und dabei Arbeitsplätze und Wohlstand zu sichern. Auch neue Stärken der regionalen Wirtschaft, etwa im Dienstleistungssektor und in wissensbasierten Branchen, wie der Gesundheitswirtschaft oder der IT, wollen wir festigen.
Unsere Ziele:
- Wasserstofftechnologien ausbauen: Das Ruhrgebiet wird Vorreiter für grüne Industrie.
- Handwerk stärken: Klimafit-Programme fördern Betriebe in ihrer klimaneutralen Ausrichtung.
- Fachkräftemangel bekämpfen: Mobilität und Wohnmöglichkeiten für Azubis verbessern – bessere Chancen auf Bildungsgerechtigkeit ab der Kita.
- Wissenschaft und Wirtschaft vernetzen: Start-ups und neue Technologien fördern.
- Europäische Kooperation: Das Europabüro in Brüssel stärken, damit wir eigenständig unsere regionalen Interessen vertreten und EU-Fördermittel sichern können.
Mit Wasserstoff die klimaneutrale Transformation schaffen
Wir Grünen wollen, dass unser Standortvorteil im Ruhrgebiet ausgespielt wird: Mit grünem Wasserstoff wird unsere Industrie fit für die Zukunft gemacht. Grüner Wasserstoff kann aus Windenergie oder Solarenergie gewonnen werden, insbesondere da, wo Überschüsse vorhanden sind. Wir besitzen das dichteste Pipelinenetz in Deutschland und bündeln große Wasserstoffkompetenz. Der Bau neuer Wasserstoffleitungen soll schnell geplant und umgesetzt werden. So machen wir unsere Industrie fit für die Zukunft. Grüner Wasserstoff ist ein kostbares Gut und bisher noch wenig vorhanden. Er soll daher für die energieintensive Industrie vorbehalten bleiben, zum Beispiel für Prozesse, die hohe Temperaturen erfordern (z.B. Stahlindustrie). Eine Verwendung von Wasserstoff als Heizenergie ist unrentabel.
Handwerk und Klimaschutz Hand in Hand
Mit dem Programm Klimafit Ruhr arbeiten der Regionalverband und das mittelständische Handwerk an der Klimaneutralität des Ruhrgebiets bis zum Jahr 2045. Wir Grüne wollen diese Zusammenarbeit intensivieren und das Handwerk, unter anderem durch den Ausbau der Solarenergie, unterstützen. Dadurch profitieren Klima und Handwerk gleichermaßen.
Azubis in den Blick nehmen
Der Fachkräftemangel im Ruhrgebiet betrifft viele Branchen und beschränkt sich nicht nur auf Akademiker*innen: auch Auszubildende in Handwerk und Verwaltung werden dringend gebraucht und die duale Bildung ist dabei eine wichtige Säule. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass die Wohnmöglichkeiten und Anbindungen im ÖPNV für Azubis verbessert werden. Der Regionalverband Ruhr muss seine Bemühungen verstärken, die Region attraktiver für Azubis zu machen.
Fachkräfte gewinnen, Vielfalt stärken
Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass Menschen auch ohne Schulabschluss in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Außerdem müssen die Rahmenbedingungen für ausländische Fachkräfte weiter verbessert werden, etwa durch eine schnellere Anerkennung von Berufsabschlüssen und gezielte Sprachförderung. Durch die Plattform welcome.ruhr werden bereits viele Informationen für Menschen, die aus dem Ausland in die Metropole kommen, gebündelt. Wir wollen welcome.ruhr kontinuierlich verbessern, damit ausländische Arbeitskräfte sich hier wohl fühlen und auch hier bleiben wollen.
Die Metropole Ruhr in der Welt
Um einen engen Austausch mit anderen Regionen bemüht sich der Regionalverband schon länger, u.a. mit der Region Oberschlesien in Polen sowie Greater Manchester in Großbritannien. Durch diese Zusammenarbeit können unterschiedliche Regionen mit ähnlichen Herausforderungen voneinander lernen. Genauso verhält es sich mit den Städtepartnerschaften in den 53 Kommunen. An diesen Partnerschaften wollen wir festhalten und sie weiter vertiefen.
Wissenschaft und Wirtschaft als Treiber von Innovation
Das Ruhrgebiet hat eine sehr hohe Dichte an Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Doch vielen Menschen in der Region ist das noch nicht bewusst. Deshalb gilt es, dieses Know-how weiter zu fördern und auszubauen. Start-ups und gemeinwohlorientierte Unternehmen brauchen zudem Planungssicherheit und Unterstützung, damit Innovationen und neue Formen des Wirtschaftens entstehen. Wir Grüne wollen, dass die Wissensmetropole Ruhr endlich Wirklichkeit wird. Der Regionalverband und auch die Business Metropole Ruhr fungieren hier als Vernetzer*innen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Dabei ist uns besonders wichtig insbesondere die kleinen Gewerbetreibenden im Blick zu behalten. Sie sind ein wesentliches Standbein der Ruhrgebietswirtschaft. Wir setzen uns dafür ein, dass ihrer Stimme mehr Geltung verschafft wird.
Eigenständig für Ihre Interessen in Europa kämpfen
Viele Projekte im Ruhrgebiet werden durch die Europäische Union gefördert. Jedoch gibt es Regionen, die derzeit mehr Einfluss in der EU haben als wir. Wir Grüne wollen eine wirksame Vertretung unserer regionalen Interessen gegenüber den EU-Institutionen, vor allem bei der Gestaltung von Struktur- und Förderprogrammen, von europapolitischen Initiativen und regulatorischen Rahmensetzungen. Das Ruhrparlament hat beschlossen, ein Europabüro in Brüssel zu schaffen. Das ist ein klarer Grüner Erfolg.
Eine Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft Ruhr
Wir Grüne wollen die bisherigen Gesellschaften Business Metropole Ruhr (BMR) sowie die Ruhr Tourismus GmbH (RTG) zusammen mit der Standortmarketingkampagne in einer Gesellschaft bündeln. Diese soll neben der Wirtschaftsförderung und touristischen Fragen auch die Wasserstoffkoordinierungsstelle, das Europabüro sowie das Marketing für Großveranstaltungen im Bereich Kultur und Sport zusammenführen.
3. Für eine nachhaltige Metropole, die grün und lebendig ist
Das Ruhrgebiet ist grüner als viele denken. Wir setzen uns dafür ein, unsere Natur zu bewahren und auszubauen. Für Dich und für Deine Kinder. Unsere Region soll ein Vorbild für nachhaltige Stadtentwicklung werden.
Unsere Ziele:
- Grünzüge ohne Kompromisse schützen.
- Verdoppelung der Naturwaldflächen bis 2035.
- Erneuerbare Energien ausbauen: Potenziale auf Halden, Dächern, in Gewässern und alten Schächten nutzen. Windkraft, Solarenergie und Geothermie fördern.
- IGA 2027: Die Internationale Gartenausstellung nachhaltig gestalten und als Chance nutzen.
- Halden und Brachflächen begrünen: Ehemalige Industrieflächen zu grünen Oasen machen und als Naherholungsgebiete, inklusive und niedrigschwellige Bewegungs- und Bildungsorte weiternutzen.
Grünzüge schützen: Kompromisslos Grün
Eine herausragende, historische Leistung der Regionalplanung im Ruhrgebiet sind die regionalen Grünzüge, die teilweise auch durch die Revierparks der Region führen. Wir setzen uns für den Erhalt der regionalen Grünzüge ein, indem wir sie an Engstellen ausbauen und erweitern.
Mehr Wald und Grün
Der Regionalverband ist mit seiner Tochtergesellschaft “Ruhr Grün” der größte kommunale Waldbesitzer in NRW. Als Grüne arbeiten wir daran, dass die Wälder ökologisch und naturnah bewirtschaftet werden. Den Anteil der Naturwaldflächen wollen wir schrittweise erhöhen. Außerdem soll der Wald im Ruhrgebiet fit für den Klimawandel gemacht werden. Bis 2035 wollen wir, dass die Hälfte aller Waldflächen im Ruhrgebiet aus Naturwald besteht.
Das Ruhrgebiet blühen lassen – IGA 2027
Die internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 stellt sich unter der Überschrift „Wie wollen wir morgen leben?“ den globalen Zukunftsfragen, rückt nachhaltige Unternehmen, Start-ups und Projektträger*innen ins Rampenlicht und setzt die grünen Highlights des Ruhrgebiets in Szene. Wir Grüne setzen alles daran, dass die IGA ein voller Erfolg wird, die Projekte nachhaltig und langfristig Wirkung entfalten und die gesamte Region davon profitiert, indem auch nach 2027 an die städtebaulichen Prozesse angeknüpft wird.
Halden und Brachen begrünen
Wir Grüne engagieren uns dafür, Halden und Brachflächen sinnvoll nachzunutzen und der Bevölkerung zugänglich zu machen. Wir wollen die Anwohner*innen bei der Gestaltung direkt einbeziehen. Durch die ökologische Inwertsetzung dieser Flächen fördern wir die biologische Vielfalt, schaffen gleichzeitig außerschulische Bildungsorte und neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Wir Grüne wollen diese Flächen ökologisch aufwerten. Damit schaffen wir grüne Oasen in urbanen Räumen, die der Gemeinschaft zugutekommen.
Nachhaltigkeit als strategisches Ziel
Die Umsetzung der international vereinbarten Nachhaltigkeitsziele ist essenziell für die Sicherstellung einer gerechten Zukunft für die Menschheit. Es geht dabei sowohl um Umwelt- und Klimaschutz als auch um die Ausrichtung der regionalen Wirtschaft sowie der gleichberechtigten sozialen Teilhabe der Menschen in der Region. Eine entsprechende Bildung ist der Schlüssel zur Umsetzung der Ziele. Wir Grüne sehen die Notwendigkeit, das Leitziel verbindlich festzulegen.
Windenergie und Solarenergie ausbauen
Die erneuerbaren Energien, allen voran die Windenergie, sind die Schlüsseltechnologie für die Energiewende. Mit uns Grünen wird das Ruhrgebiet seinen Beitrag zum Ausbau der Windenergie leisten, der den räumlichen Voraussetzungen des Ballungsraums entspricht. Um die Strompreise gering zu halten, ist es wichtig, dass die Stromproduktion sich an den Abnehmer*innen und den Verbraucher*innen orientiert. Für die 23 Windenergiebereiche, die im Regionalplan Ruhr herausgearbeitet wurden, soll der Windenergieausbau nun zügig umgesetzt werden. Wir stehen weiteren Windenergieflächen positiv gegenüber.
Neben der Windenergie ist die Solarenergie das zweite wichtige Standbein der Energiewende. Viele Dächer und Balkone im Ruhrgebiet verfügen schon über Photovoltaik-Anlagen, was auch auf das Solardachkataster und Förderprogramme des RVR zurückzuführen ist. Die Förderprogramme zum Ausbau von Photovoltaik für Dächer und Balkone sollen fortgesetzt werden. Auch rufen wir die Städte dazu auf, städtische Gebäude, wie Schulen und Verwaltungsgebäude mit Photovoltaik auszustatten.
Eine Energie- und Abfallgesellschaft Ruhr
Unter dem Dach der aktuellen Abfallgesellschaft Ruhr (AGR) schlagen wir Grüne eine Energiegesellschaft Ruhr vor, die den Ausbau der Wind- und Solarenergie auf Flächen des Regionalverbands Ruhr übernimmt und das Ruhrgebiet zum Vorreiter bei den erneuerbaren Energien und bei Kreislaufwirtschaft macht. Wir Grüne wollen die AGR als nachhaltige Abfallgesellschaft etablieren. Mehr Maßnahmen zur Abfallvermeidung, zur Erhöhung der Recyclingquoten und zur Verminderung der CO2-Emissionen sollen dazu beitragen.
Unsere alten Schächte für die Wärmewende nutzen
Wie wir heizen und warmes Wasser erzeugen, ist eine bedeutende Zukunftsfrage, die am besten durch die Zusammenarbeit der Städte im Ruhrgebiet gelöst wird. Deshalb setzen wir Grüne uns dafür ein, dass der RVR der Experte für die Wärmewende wird und die Zusammenarbeit der Städte untereinander koordiniert und moderiert, damit die Städte miteinander planen. Auch bei der Geothermie soll der RVR diese Rolle einnehmen, da das Ruhrgebiet durch das warme Wasser aus den alten Zechen hier besondere Potenziale hat.
„Ruhr.Pott“ – Das Mehrweg-Pfandsystem für die Metropolregion Ruhr
Ein ressourcenschonendes Wirtschaften, das sowohl unseren Alltag bereichert als auch unsere Zukunft sichert, erfordert innovative Ansätze. Wir werden uns dafür einsetzen, dass im RVR die Einführung eines ruhrgebietsweiten Mehrweg-Pfandsystems geprüft wird.
4. Für eine gerechte Metropole, die allen eine Chance gibt
Die wichtigste Ressource für unsere Metropole Ruhr ist unsere Solidarität, die wir unseren Kindern vorleben. Diese Solidarität gilt es auch, auf politischer Ebene zu leben. Wir wollen die besten Voraussetzungen für alle Menschen schaffen und unsere Kommunen als Verantwortliche für die Daseinsvorsorge in die Lage versetzen, in unsere Bildung, Infrastruktur und den Zusammenhalt zu investieren.
Unsere Ziele:
- Bildung gemeinsam voranbringen: Chancen für alle eröffnen und Voraussetzungen für die notwendigen Transformationen schaffen.
- Armut und Ausgrenzung bekämpfen: Ungleiche Verhältnisse erfordern ungleiche Behandlung.
- Kommunen unterstützen: Schuldenabbau vorantreiben und bessere Finanzausstattung ermöglichen.
- Häuslicher Gewalt den Kampf ansagen: Maßnahmen ausweiten, Daten analysieren und Fachkräfte schulen.
Mehr Kooperation bei der Bildung
Der Bildungsbericht Ruhr 2024 zeigt die sehr angespannte Situation der Bildung in unserer Region auf. Die Fortführung der Bildungsberichterstattung ist grundlegend für die evidenzbasierte Steuerung eines leistungsfähigeren Bildungssystems über alle Bildungsbereiche hinweg. Wir wollen die strukturelle Vernetzung der Bildungseinrichtungen und die Koordination der kommunalen Bildungsbüros und ‑netzwerke befördern und im Zusammenspiel zwischen Kommunen und der RuhrFutur gGmbH diese perspektivisch zu einer regionalen Bildungsagentur weiterentwickeln.
Gemeinsam gegen Armut und Ausgrenzung
In der Metropole Ruhr leben über 20 Prozent aller Menschen in Armut. Das können wir nicht hinnehmen! Um der strukturell verfestigten Ungleichheit entgegenzuwirken, brauchen wir die gezielte, gemeinsam koordinierte Verbesserung der Betreuungs- und Bildungsangebote. Soziale Ungleichheiten werden sonst nicht verringert, sondern reproduziert und verstärkt, weshalb Ungleiches ungleich behandelt werden muss.
Die Zahl der Wohnungslosen und Suchtkranken ohne festen Wohnsitz steigt seit Jahren rapide an. Gerade in Ballungsräumen nutzen diese Menschen häufig Angebote und Einrichtungen in anderen Städten. Wir Grüne fordern eine gemeinsame Strategie über Stadtgrenzen hinweg, um Menschen nicht der Würdelosigkeit zu überlassen. Einige Städte haben bereits gute Programme wie „Housing First“. Der Regionalverband Ruhr muss sich dafür einsetzen, dass die Kommunen sich systematisch über ihre Konzepte austauschen und gemeinsam agieren.
Gewalt gegen Frauen bekämpfen
Wir müssen häuslicher Gewalt den Kampf ansagen! Dafür werden bereits Statistiken erhoben, doch das reicht nicht. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass – gemeinsam mit den Kommunen – die Zahlen für das Ruhrgebiet ausgewertet und Maßnahmen besprochen werden, was gegen häusliche Gewalt getan werden kann.
Schulungen für die Kommunen
Fachpersonal in den Kommunen muss regelmäßig fortgebildet werden. Der Regionalverband Ruhr bietet bereits einige Formate an, bei denen Fachämter aus den Städten und Kreisen zusammenkommen und sich gemeinsam weiterbilden. Diese Formate wollen wir Grüne nach den Bedürfnissen der Kommunen ausbauen.
Eine Allianz für starke Kommunalfinanzen bilden
Der Kommunalfinanzbericht Ruhr hat gezeigt, dass viele Ruhrgebietskommunen weiter unter einer hohen Schuldenlast leiden. Wir benötigen endlich eine Verbesserung der kommunalen Finanzausstattung durch eine Erhöhung der Schlüsselzuweisungen. Darüber hinaus müssen die Kommunen in die Lage versetzt werden, u.a. stärker in Bildung und Infrastruktur investieren zu können. Viele Kommunen im Ruhrgebiet sind hoch verschuldet. Wir Grüne fordern dennoch eine schnelle Ablösung aller Altschulden der Kommunen, damit sie wieder handlungsfähig werden und investieren können.
Wir Grüne wollen, dass der Regionalverband sich dafür einsetzt, dass der ruinöse Wettbewerb bei den Gewerbesteuern zwischen den Kommunen deutlich reduziert wird. Je reicher eine Kommune ist, umso geringere Steuern kann sie erheben. Arme Kommunen stecken damit in einem Teufelskreis. Das Ziel sollte ein einheitlicher Gewerbesteuersatz in der Metropole Ruhr sein.
5. Für eine vielfältige Metropole und starke Kultur
Das Ruhrgebiet ist ein kreativer und kultureller Hotspot. Vielfalt und Kreativität prägen unsere Region. Unser Kulturangebot soll Euch erreichen. Darum stärken wir es.
Unsere Ziele:
- Kulturelle Teilhabe für alle: Vergünstigte Kulturtickets für Menschen mit wenig Einkommen.
- Queeres Leben sichtbar machen: Mehr Unterstützung in den Städten und Kreisen.
- Großveranstaltungen nachhaltig gestalten: Die Ruhr Games und andere Events weiterentwickeln.
- Kreativ.Quartiere: Förderung nachhaltiger Quartiersentwicklung durch Kunst und Kultur.
- Tourismus und Kultur: Industriekultur mit Pop‑, Kunst- und Sportevents verknüpfen.
- Netzwerke ausbauen: Bessere Vernetzung und Unterstützung für Kulturschaffende.
Interkultur Ruhr stärken
Interkultur Ruhr ermöglicht Räume zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der kulturellen Diversität im Ruhrgebiet. Als Förderer, Kooperationspartner und Veranstalter leistet Interkultur Ruhr damit einen wichtigen Beitrag für eine bunte und vielfältige Metropole Ruhr. Diese Arbeit wollen wir Grüne noch stärker fördern. Dazu gehört auch, den Förderfonds Interkultur Ruhr aufzustocken, um dem wachsenden Bedarf gerecht zu werden.
Queere Szene stärken
Das Ruhrgebiet ist eine Keimzelle der queeren Bewegung. Dennoch erfahren Akteur*innen und Vereine der LGBTQI*- Community insbesondere in den eher ländlich geprägten Räumen kaum bis keine Unterstützung. Das wollen wir Grüne ändern und queere Angebote stärken. Außerdem soll durch Vernetzungsformate der Austausch innerhalb der Szene sowie mit politischen Akteur*innen interkommunale Synergien schaffen.
Sicherer Hafen für Geflüchtete
Migration ist eine prägende Säule des Ruhrgebiets. Aus diesem Selbstverständnis heraus, sowie aus Solidarität mit Menschen auf der Flucht, begrüßen wir die Entscheidung vieler Städte und Gemeinden der Region, ein „sicherer Hafen“ zu sein. Wir Grüne setzen uns dafür ein, dass auch der Regionalverband Ruhr an dieser Stelle mehr Verantwortung übernimmt und gewillte Kommunen bei der Koordinierung unterstützt. Außerdem wollen wir, dass der Regionalverband als Zeichen der Solidarität eine Patenschaft für ein Seenotrettungsschiff übernimmt.
Kulturelle Teilhabe für alle
Die Vielfalt an Kunst- und Kulturangeboten ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, das es zu erhalten und fördern gilt. Kunst und Kultur sind wichtig für unsere Demokratie, sie bieten Möglichkeiten und Räume zur Auseinandersetzung und zur Verständigung.
Kultur trägt dazu bei, unsere Horizonte zu erweitern und neue Perspektiven auf uns und die Welt zu gewinnen. Wir Grüne halten es für wichtig, dass alle in unserer Gesellschaft Zugang zu kulturellen Angeboten haben. Leider ist das für viele im Ruhrgebiet nicht selbstverständlich. Projekte wie der KulturPott.Ruhr leisten bereits wertvolle Arbeit, um Menschen kulturelle Teilhabe zu ermöglichen. Wir Grüne wollen sie weiter unterstützen und darüber hinaus ein vergünstigtes Kulturticket für Menschen schaffen, für die Kultur bisher ein Luxus ist, den sie sich nicht oder nur sehr begrenzt leisten können.
Kreativität als Ressource
Die 16 Kreativ.Quartiere im Ruhrgebiet sind Vorbilder für nachhaltige Quartiersentwicklung durch Kunst und Kultur. Sie schaffen Raum für künstlerische und kreative Milieus und beweisen, welche besondere Rolle die Kreativwirtschaft für den nachhaltigen Strukturwandel unserer Region spielen kann. Wir Grüne setzen uns deshalb für eine weitreichende Förderung der Kreativ.Quartiere ein.
Kulturförderung – mehr Mittel für die regionale Kulturszene
Kunst und Kultur schaffen auf einzigartige Weise Verbindung und Identität. In einer Metropole mit rund 5,2 Millionen Menschen spielen solche gemeinschaftsstiftenden Projekte eine wichtige Rolle.Die für die regionale Kulturförderung zur Verfügung stehenden Mittel können die Nachfrage nach Förderung aber bei Weitem nicht decken. Wir Grüne machen uns deshalb stark für mehr finanzielle Mittel für die regionale Kulturszene.
Kulturelle Leuchttürme erhalten -> ggf. kürzen
Im Ruhrgebiet gibt es Kulturhighlights, die jährlich viele Besucher*innen anlocken. Dazu zählen die Ruhrtriennale und Urbane Künste Ruhr. Wir Grüne wollen diese Leuchttürme als zentrale Anker der Kulturlandschaft erhalten. Außerdem machen wir uns dafür stark, dass bei ihrer Konzeption und Planung die Freie Szene und regionale Künstler*innen stärker eingebunden werden.
Regionale Kulturpolitik neu denken
Von Streetart bis Hochkultur bietet die Kunst- und Kulturszene im Ruhrgebiet ein breit gefächertes Angebot. Um dieses strategisch und nachhaltig zu stärken, braucht es eine gemeinsame Kulturentwicklungsplanung für unsere Region. Wir Grüne wollen Ressourcen besser bündeln und Kulturangebote gezielter fördern. Zusätzlich können wir damit die Kommunen entlasten und für mehr Planungssicherheit im Kulturbetrieb sorgen.
Kulturelle Netzwerke ausbauen
Prekäre Beschäftigungs- und Einkommensverhältnisse gehören leider bei vielen Kulturschaffenden zur Lebensrealität. Der Austausch untereinander und mit politischen Ebenen über Probleme und Sorgen ist deshalb essenziell. Wir Grüne machen uns für den Aus- und Aufbau von Netzwerken in den verschiedenen Kultursparten wie Fotografie, Film und Musik stark.
Kultur und Tourismus – eine gute Kombination
Ob Popstarkonzert oder Festivalwochenende – verschiedenste Großveranstaltungen ziehen tausende Besucher*innen in die Metropole Ruhr. Wir Grüne sehen an der Schnittstelle zwischen Kultur und Tourismus Ausbaupotenzial. Durch gezielte Marketingmaßnahmen wollen wir Synergieeffekte stärker nutzen und Menschen für weitere touristische Highlights wie die Industriekultur unserer Region begeistern.
Die Ruhr Games als internationales Aushängeschild stärken
Als Europas größtes Sport- und Kulturfestival für Jugendliche haben sich die Ruhr Games zu einem internationalen Aushängeschild entwickelt. Als Publikumsmagnet bieten sie jungen Athlet*innen eine Plattform, ihr Können zu zeigen und sich zu präsentieren. Wir Grüne wollen die erfolgreich etablierte Marke weiterführen und die Zusammenarbeit mit dem Land NRW fortsetzen.
Metropole Ruhr als Austragungsort für Großveranstaltungen in Sport und Kultur
Als Austragungsort punktet das Ruhrgebiet mit der weltoffenen Mentalität seiner Bewohner*innen und ihrer Begeisterungsfähigkeit. Wir Grüne wollen nachhaltige und transparente Konzepte für Großveranstaltungen im Ruhrgebiet. Grundlage dafür sollen gemeinsame Ansätze sein, in denen unsere Städte und Kreise an einem Strang ziehen.
Großveranstaltungen sollen dazu dienen, die strukturelle Leistungsfähigkeit des öffentlichen Nahverkehrs deutlich zu steigern. Ökologische und soziale Aspekte müssen dabei genauso in die Planungen einbezogen werden wie finanzielle Belastungen.