GRÜNE im Ruhr­par­la­ment fordern Ausstiegs­sze­nario aus dem Kiesabbau

By 6. August 2021September 8th, 2021Klima & Umwelt, Regionalplanung

Der zweite Entwurf des Regio­nal­plans Ruhr beinhaltet für den Kreis Wesel 30 Prozent mehr Abbau­flä­chen für Kies und Kies­sande. Insge­samt werden 1163 Hektar für den Abbau von rund 189 Millionen Kubik­meter Kies und Kies­sand gesi­chert. Die wesent­li­chen Gründe für die Stei­ge­rung sind geän­derte Planungs­vor­gaben der Landes­re­gie­rung. Die GRÜNEN kriti­sieren diese Erwei­te­rung der Abbau­flä­chen scharf.

„Die Planungs­po­litik der schwarz-gelben Landes­re­gie­rung hat den Kies­abbau weiter entfes­selt und sorgt nun für die massive Stei­ge­rung der Abbau­flä­chen. Anstatt von Landes­seite ein Ausstiegs­sze­nario für den Kies­abbau zu erar­beiten, wird auf eine Beschleu­ni­gung der bishe­rigen Abbau­praxis gesetzt. Der Versor­gungs­zeit­raum ist von 20 Jahre auf 25 Jahre erhöht worden und das Moni­to­ring durch den geolo­gi­schen Dienst als Berech­nungs­grund­lage des Versor­gungs­zeit­raums bedeutet nur eine Trend­fort­schrei­bung. Das Ergebnis sind immer mehr Flächen, die durch den Kies­abbau unwie­der­bring­lich verlo­ren­gehen werden, wenn die Vorgaben der Landes­pla­nung sich nicht ändern”, sagt Ingrid Reuter, planungs­po­li­ti­sche Spre­cherin der GRÜNEN im Ruhrparlament.

„Geht es nach der Landes­re­gie­rung aus CDU und FDP wird die Land­schaft entlang des Rheins weiter rück­sichtslos zerstört. Der Hand­lungs­spiel­raum für den RVR ist beim Kies­abbau sehr eng gesteckt. Nahezu alle Flächen, die für den Kies­abbau in Betracht kommen, müssen im zweiten Entwurf des Regio­nal­plans Ruhr ausge­wiesen werden, weil die vom Land errech­neten Bedarfe so hoch sind. Wenn diese Vorkommen ausge­beutet sind, müssten als Nächstes die Wasser­schutz­ge­biete ausge­kiest werden. In den nächsten 25 Jahren wird also der letzte Kies abge­baut, der nicht unmit­telbar die Trink­was­ser­ver­sor­gung beein­träch­tigt. Künf­tigen Genera­tionen gegen­über ist das verant­wor­tungslos. Als Sofort­maß­nahme fordern wir von der schwarz-gelben Landes­re­gie­rung eine Redu­zie­rung des Versor­gungs­zeit­raums auf 20 Jahre und lang­fristig ein Ausstiegs­sze­nario aus dem Kiesabbau.

Insbe­son­dere die Bauin­dus­trie muss ihren Beitrag zum Pariser Klima­ab­kommen, also zur Begren­zung der Erder­wär­mung auf deut­lich unter 2 Grad, möglichst nur auf 1,5 Grad, leisten und den Kies­ver­brauch dras­tisch redu­zieren”, sagt Patrick Voss, Frak­ti­ons­vor­sit­zender der GRÜNEN im Ruhrparlament.