
Am Freitag, den 15. März, hat das Ruhrparlament getagt. Einen Überblick der wichtigsten Themen lest ihr hier:
Für eine Stärkung der Kommunalfinanzen
Gemeinsam mit SPD, CDU, LINKE und FDP haben wir eine Resolution eingebracht, die eine Entlastung der Kommunen sowie die Stärkung der Kommunalfinanzen einfordert. Konkret setzt sich das Ruhrparlament für die Bildung eines staatlichen Infrastruktur- und Bildungsfonds für die nächsten 10 bis 15 Jahre, eine allgemeine Erhöhung der Schlüsselzuweisungen sowie eine dynamische Anpassung der Beiträge für die Eingliederungshilfen ein. Ein weiterer Vorschlag ist die Halbierung aller Förderprogramme und die Überführung der freigewordenen Mittel in kommunale Pauschalen.
Die Resolution, die sich an Bund und Land richtet, wurde mit breiter Mehrheit beschlossen.
Nach den Rechten sehen
Einer der ersten Tagesordnungspunkte vieler Sitzungen des Ruhrparlaments ist die Umbesetzung in Gremien. Dieses Mal sollte unter anderem ein sachkundiger Bürger für die rechte Ruhrfraktion benannt werden. Auf Nachfrage stellte sich jedoch heraus, dass gegen die nominierte Person aktuell Ermittlungen wegen Nötigung laufen. Die Fraktion hat ihren Vorschlag daher zunächst zurückgezogen.
Wie weiter mit Wischlingen?
Der Regionalverband Ruhr und die Stadt Dortmund haben den Revierpark Wischlingen bis 2023 gemeinsam betrieben. Leider wurde auf Wunsch aller anderen Fraktionen im Ruhrparlament – gegen unsere Stimmen – die Trennung vollzogen. Nun geht es um die weitere finanzielle Beteiligung bei Wischlingen aufgrund vertraglicher Verpflichtungen. Dazu hat die RVR-Verwaltung einen Beschlussvorschlag vorgelegt, der jedoch bisher nicht mit Dortmund abgestimmt ist. Die GroKo hat zusätzlich einen Änderungsantrag eingereicht, der Dortmund ein Stück weit entgegenkommt. Weil wir weiterhin mehr statt weniger Zusammenarbeit im Ruhrgebiet fordern, haben wir die Gesamtvorlage abgelehnt und uns beim Änderungsantrag enthalten.
Hoffnungsvoll stimmt jedoch, dass im Hintergrund weiterhin Gespräche zwischen den beteiligten Akteur*innen laufen. Die Tür für Wischlingen, doch noch Teil der Freizeitmetropole Ruhr zu werden, steht somit nach wie vor offen.
Passend dazu konnte der Kämmerer eine gute Nachricht verkünden: Die Sanierungsmaßnahmen im Revierpark Vonderort werden mit 6 Mio. Euro vom Bund gefördert.
Grüne Infrastruktur mit Strategie
Das Ruhrparlament hat die Strategie Grüne Infrastruktur beschlossen. Die Strategie knüpft unmittelbar an die „Charta Grüne Infrastruktur“ an, die bereits 2022 im Ruhrparlament verabschiedet wurde. Sie konkretisiert dessen Leitthemen nun mit 27 Handlungszielen. Unser umweltpolitischer Sprecher Eckhard Kneisel sagt dazu: „Viele Teile ergeben ein Ganzes – das macht die Strategie Grüne Infrastruktur deutlich! Nur wenn wir interdisziplinär denken und handeln, kann die ökologische Transformation gelingen. Dafür braucht es aber auch mehr Verbindlichkeit und konkrete, messbare Ziele. Denn in Zeiten der Klimakrise reicht es nicht aus, nur auf Selbstverpflichtungen zu setzen!“
Voran mit den Erneuerbaren
Der Ausbau der erneuerbaren Energien auf den eigenen Liegenschaften des RVR beschäftigt uns schon einige Zeit. Nun hat das Ruhrparlament die weitere Vorgehensweise dazu beschlossen. Dabei geht es im ersten Schritt um den Windpark Steinberge, die Halde Großes Holz und den Reitwegsee. Ingrid Reuter, unsere planungspolitische Sprecherin, hat in ihrer Rede den Ausbau der Erneuerbaren auf den RVR-eigenen Flächen mit dem Regionalplanänderungsverfahren zu den Windenergieflächen verknüpft: „Wir müssen jetzt so schnell wir können ausreichend Flächen für Windenergie im Regionalplan bereitstellen. Als Regionalverband Ruhr gehen wir dabei bei unseren eigenen Liegenschaften mutigen Schrittes voran.“
Ruhr Games 2025 und 2027
Beim Thema Ruhr Games gab es im Vorfeld der Sitzung des Ruhrparlaments noch einige Fragen. Nach den Games im kommenden Jahr sollen die nächsten Spiele 2027 stattfinden, im Jahr der IGA. Diese Konstellation sorgte in einigen Fraktionen für Bedenken. Unser Fraktionsmitglied Jörg Obereiner, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur, Sport und Vielfalt, begründete, warum eine Verschiebung der Ruhr Games von 2027 ins Jahr 2028 keine Option sein kann: „Die Kalender der Sportler*innen und der Veranstalter*innen sind eng getaktet: Deutsche Meisterschaften werden so gelegt, dass Europameisterschaften bei den Ruhr Games stattfinden können. Außerdem sollten wir die zeitliche Überschneidung der Games mit der IGA 2027 als Chance und nicht als Risiko betrachten.“ Am Ende wurde die Austragung der Ruhr Games auch 2027 einstimmig beschlossen.
Die Zukunft von RuhrFutur
Seit einiger Zeit sorgen wir uns um die Zukunft von RuhrFutur. Derzeit teilen sich der RVR, das Land NRW und die Mercator Stiftung die Finanzierung. Mercator möchte jedoch aussteigen, da sie sich auf Anschubfinanzierungen spezialisiert hat. Weitere Gelder des Landes stehen jedoch nach wie vor aus. Deswegen machen wir uns dafür stark, dass die Landesregierung die fehlenden Kosten übernimmt. Aus unserer Sicht muss sich das gesamte Ruhrparlament dafür einsetzen, dass das Land weitere Mittel freigibt.
Verabschiedung von Karola Geiß-Netthöfel
Mehr als 12 Jahre führte die Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel den Regionalverband Ruhr. Nach der Sitzung der Verbandsversammlung wurde sie nun in den Ruhestand verabschiedet. Der Vorsitzende des Ruhrparlaments Frank Dudda richtete zum Abschluss einige Worte an die scheidende Regionaldirektorin. Unter anderem dankte er ihr dafür, dass sie die Themen Bildung, Soziales und Europa im RVR etabliert hat. Außerdem setzte sie sich mit großem Engagement für die Standortmarketingkampagne ein und holte die Manifesta sowie die IGA 2027 ins Ruhrgebiet. Ein besonderer Meilenstein ihrer Amtszeit ist die Verabschiedung des Regionalplans Ruhr, der im vergangenen Jahr beschlossen wurde.
Karola Geiß-Netthöfel dankte abschließend dem Ruhrparlament für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Sie betonte, dass es wichtig ist, nicht immer nur die Probleme und Herausforderungen in unserer Region zu sehen, sondern auch die internationale Strahlkraft der Metropole Ruhr.