
Am 10. Juli fand die letzte Sitzung des Ruhrparlaments vor der Sommerpause statt. Sie stand im Schatten des Urteils des OVG zum Regionalplan Ruhr.
Urteil zum Regionalplan Ruhr
Zu Beginn der Sitzung hat der Regionaldirektor Garrelt Duin einen Sachstand zum Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster zur Unwirksamkeit des Regionalplans Ruhr gegeben. Die RVR-Verwaltung arbeitet unter Hochdruck, alle Eventualitäten vorzubereiten. Vor wenigen Tagen ist die schriftliche Begründung des Gerichts eingetroffen. Jetzt hat der RVR einen Monat Zeit, um Einspruch gegen die Nichtzulassung der Revision einzulegen und danach noch einmal 2 Monate, um den Einspruch zu begründen. Der Regionaldirektor möchte die Politik sehr eng einbinden. Am Montag, dem 27. Juli findet ein Ältestenrat statt, der das weitere Vorgehen berät. Voraussichtlich am 19. August findet dann ein Sonder-Planungsausschuss und am 21. August sowohl ein Sonder-Verbandsausschuss als auch eine Sonder-Verbandsversammlung statt. Denn nicht die Verwaltung allein soll über den Einspruch entscheiden, sondern das ganze Parlament.
Mehr Windenergie für das Ruhrgebiet
Das Land NRW möchte, dass die Windenergie ausgebaut wird. Der Regionalplan Ruhr muss dementsprechend mehr Flächen zur Verfügung stellen. Das begrüßen wir ausdrücklich. Insgesamt stellen wir mehr als 2.200 Hektar Flächen als Windenergievorrangebiete bereitet. Darin waren sich alle demokratischen Fraktionen einig. Einzig die AfD hetzte wieder gegen die Windenergie. Sie verhöhnte sogar die mehreren tausend Hitzetoten der vergangenen Wochen durch schallendes Gelächter. Ein neuer Tiefpunkt im Ruhrparlament! Um so glücklicher waren wir, dass der Feststellungsbeschluss zur Windkraft mit großer Mehrheit beschlossen wurde.
Mehr Geld für Projekte der Interkultur? Leider nein.
Die Verwaltung des RVR hatte vorgeschlagen die Förderhöchstsumme für Projekte im Bereich Interkultur zu erhöhen, auch um den neuen Honoraruntergrenzen gerecht zu werden. SPD und CDU sahen das leider anders. Ihr Argument, dass so weniger Projekte gefördert werden könnten, konterten wir, indem wir verschlugen, die Gesamtsumme zur Förderung von Interkultur Ruhr zu erhöhen.
Wie sollen sich die Beteiligungen des RVR weiterentwickeln?
Ein Gutachter*innenbüro hat sich die Beteiligungen des Regionalverbands Ruhr genauer angesehen und Empfehlungen erarbeitet, wie mit ihnen umgegangen werden soll. U.a. schlagen sie vor, sich von einzelnen Beteiligungen zu trennen oder andere zu fusionieren. Die Verwaltung hat nun konkrete Vorschläge gemacht, wie weiter verfahren werden soll. Der SPD, der CDU und uns gingen die Maßnahmen jedoch zu weit und wir stellten einen gemeinsamen Änderungsantrag, der der Politik mehr Gestaltungsspielraum einräumt. Die Linke hingegen stellte einen Antrag, sich u.a. schneller von einzelnen Gesellschaften zu trennen. Das sahen wir kritisch und lehnten deswegen den Antrag ab. Der Antrag von SPD, CDU und uns wurde mit großer Mehrheit beschlossen.
Revierpark Wischlingen macht weiter Sorgen
Die Mehrheit im Ruhrparlament hat gegen unseren Wunsch beschlossen, aus dem Revierpark Wischlingen in Dortmund auszusteigen. Seitdem gibt es immer wieder Schwierigkeiten und Streitereien, wer für welche Kosten verantwortlich ist. In den vergangenen Jahren wurde im Rahmen des Programms Reviersparks 2020 viel Geld investiert. Dabei sind auch hohe Fördermittel geflossen. Dies führt nun dazu, dass für die Pflege des Parks weitere Kosten für den RVR entstehen, denn nur durch eine gute Pflege der Grünanlagen kann vermieden werden, dass Mittel zurückgezahlt werden müssen. Wir haben uns bei dieser Vorlage enthalten, denn beim Ausstieg aus der Gesellschaft hatten wir genau vor solchen Risiken gewarnt.
SPD und CDU zerstreiten sich über eine neue Gesellschaft
Zur besseren Ausgestaltung der Ruhr Games möchte der RVR zusammen mit dem Land NRW die Ruhr LIVE GmbH gründen. Ursprünglich war geplant, dass es eine gemeinnützige Gesellschaft wird, dies wurde jedoch nun von einem Gericht verwehrt. Eine klassische GmbH ist die logische Konsequenz und stellt keine Nachteile für den RVR dar. Die CDU sah dies jedoch kritisch. Da die Zeit drängt und die Gesellschaft schnell beginnen muss zu arbeiten, haben SPD, Linke und wir signalisiert, dass wir der Vorlage zustimmen könnten. Darauf mussten sich die Koalitionäre in einer Pause besprechen oder eher streiten. Schlussendlich stimmten SPD, Grüne und Linke der Vorlage zu und die CDU enthielt sich. Der Streit zwischen CDU und SPD wurde so offensichtlich wie selten zuvor.
Gemeinsame Resolution zum Europäischen Sozialfonds
Die demokratischen Fraktionen stellten eine gemeinsame Resolution zum Europäischen Sozialfonds (ESF), in der alle relevanten Ebenen dazu aufgefordert werden, sich für einen starken ESF auch über 2028 hinaus einzusetzen. Außerdem sollen die Kommunen und Kreise wirksamer an der Programmgestaltung und – steuerung beteiligt werden.
Digitale Souveränität voranbringen
Als Grüne haben wir eine Anfrage zur Digitalen Souveränität im Regionalverband gestellt. Uns geht es um Open-Source-Lösungen sowie weniger Abhängigkeit von nicht europäischen Anbieter*innen. Die Verwaltung beantwortete unsere Anfrage ausführlich.


