Desi­gner-Outlet-Center in Duis­burg wäre lokal wie regional unverträglich

By 24. Februar 2017Allgemein, Wirtschaft

flickr by Alan Levine (CC BY 2.0)

Auf dem Gelände des alten Güter­bahn­hofes südlich des Haupt­bahn­hofes plant die Stadt Duis­burg ein Desi­gner-Outlet-Center (DOC) mit 30.000 m² Verkaufs­fläche und bis zu 175 Geschäften. Anfang Februar verab­schie­deten die Frak­tionen von SPD und CDU im Duis­burger Rat mehr­heit­lich einen Grund­satz­be­schluss für die Planungen des DOC, das auch für die Innen­städte in der Region nega­tive Auswir­kungen haben würde. 

Ohne den Fach­aus­schuss für Wirt­schaft und Stadt­ent­wick­lung vorher zu betei­ligen, hat der Rat der Stadt Duis­burg gegen die Stimmen der GRÜNEN dem Grund­satz­be­schluss zum Bau des DOC zuge­stimmt. Mit 30.000 m² Verkaufs­fläche soll damit das größte Outlet-Center in Deutsch­land in der Mitte Duis­burgs entstehen. Claudia Leiße, Frak­ti­ons­vor­sit­zende der GRÜNEN im Duis­burger Rat und Mitglied der GRÜNEN im Regio­nal­ver­band Ruhr, meint dazu: „Was hat die Stadt Duis­burg vom Desi­gner-Outlet-Center? Weniger Steu­er­ein­nahmen und wahr­schein­lich eine tote, herun­ter­ge­kom­mene Innen­stadt, die gegen die über­mäch­tige Konkur­renz des Ange­bots des DOC in Insel­lage nicht ankämpfen konnte.“

Der berühmte briti­sche Archi­tekt Norman Foster erstellte 2007 für die Stadt Duis­burg den Master­plan Alter Güter­bahnhof. Dieser sieht die Akti­vie­rung von nicht genutzten Poten­zialen vor. Es soll eine nach­hal­tige Balance zwischen Wohn- und Gewer­be­raum in einem urbanen Quar­tier entstehen, damit die Innen­stadt nach­haltig gestärkt wird. Doch die Planung des DOC konter­ka­riert den Master­plan komplett. Nicht umsonst wird die Verwal­tung in Duis­burg im gefällten Rats­be­schluss nun dazu aufge­for­dert, auch die Ände­rung des Einzel­han­dels- und Zentren­kon­zepts einzuleiten.

Eine stadt- und regio­nal­ver­träg­liche Steue­rung des groß­flä­chigen Einzel­han­dels ist für die Entwick­lung aller Ruhr­ge­biets-Innen­städte von zentraler Bedeu­tung. Ansied­lungs­wün­sche und Inves­ti­tionen sollten, darüber war sich auch die schwarz-rot-grüne Koali­tion im RVR einig, zwischen allen Kommunen abge­stimmt werden, zumal auch im Rahmen der Erstel­lung des Regio­nal­plans Ruhr Fest­le­gungen zur Steue­rung des groß­flä­chigen Einzel­han­dels getroffen werden müssen.

Auf der regio­nalen Ebene, beson­ders für die unzäh­ligen Kommunen in direkter Nach­bar­schaft zu Duis­burg, sind die Risiken durch das DOC gravie­rend. Durch ein verän­dertes Kauf­ver­halten – im Internet wird mehr denn je gekauft – sieht es bereits jetzt in vielen Innen­städten trist und trostlos aus. Daher fordern die Grünen im RVR ein abge­stimmtes Verhalten der Kommunen im Ruhr­ge­biet für eine nach­hal­tige wirt­schaft­liche Entwicklung.

„Die Planung in Duis­burg geht derzeit einzig und allein in eine Rich­tung: Reali­sie­rung eines Vorha­bens, das nicht innen­stadt­ver­träg­lich, nicht regio­nal­ver­träg­lich, nicht an der Entwick­lung des modernen Handels ausge­richtet, nicht nach­haltig, nicht solide ist“, resü­miert Claudia Leiße.