Vernet­zung der LGBTQI-Szene im Ruhr­ge­biet: CDU und SPD igno­rieren Wunsch der queeren Community

By 2. September 2022September 23rd, 2022Soziales & Vielfalt

Die Koali­tion aus CDU und SPD hat sich im “Ausschuss für Kultur, Sport und Viel­falt” des Regio­nal­ver­bandes Ruhr (RVR) gegen ein Vernet­zungs­treffen der LGBTQI-Commu­nity ausge­spro­chen. In der gest­rigen Sitzung lehnten beide Parteien einen entspre­chenden Antrag der Grünen ab. Ihr Abstim­mungs­ver­halten begrün­deten sie mit dem vermeint­lich fehlenden Inter­esse inner­halb der queeren Szene. Bei den Grünen trifft diese Entschei­dung auf Unverständnis.

“Wir stehen seit langer Zeit mit der queeren Commu­nity im inten­siven Austausch und vernehmen den klaren Bedarf nach einer stär­keren Vernet­zung”, erklärt Anna di Bari, viel­falts­po­li­ti­sche Spre­cherin der Grünen im Ruhr­par­la­ment. “Dass dieser Wunsch seitens der Koali­tion igno­riert wird, ist nicht nachvollziehbar.”

Der zur aktu­ellen Wahl­pe­riode um den Punkt “Viel­falt” erwei­terte Auss­schuss beschäf­tigt sich verstärkt mit den Belangen der LGBTQI-Commu­nity. Hierzu war im vergan­genen Jahr auch Paul Klammer vom Dach­ver­band SLADO zu Gast, um über die aktu­elle Situa­tion der Szene im Ruhr­ge­biet zu berichten. In seinen Ausfüh­rungen wurden insbe­son­dere die geogra­phi­schen Unter­schiede deut­lich: In den länd­li­cheren Rand­be­rei­chen fehlt es oft an Bera­tungs­in­sti­tu­tionen oder Veran­stal­tungen, doch auch im Kern­ruhr­ge­biet vari­iert die Ausstat­tung der Städte und Kommunen teils deut­lich. Für die Grünen im Ruhr­par­la­ment wäre eine stär­kere Vernet­zung ein mögli­ches Instru­ment, um diese Miss­stände effektiv anzugehen.

“Wir als Ruhr­par­la­ment haben die Chance als Vernetzer einen Impuls dafür zu geben, Syner­gie­ef­fekte zu gene­rieren, vorhan­dene Struk­turen zu nutzen und im Ideal­fall die Bera­tungs- und Veran­stal­tungs­land­schaft der queeren Szene im Ruhr­ge­biet nach­haltig zu stärken”, so di Bari.

Über den Antrag wird in der Verbands­ver­samm­lung des RVR am 23. September final entschieden.