Das war unser Kommu­nal­forum „Wie bleiben Kunst und Kultur frei?“

By 2. April 2025Allgemein

Matthias Witt­mann

Unser Kommu­nal­forum „Wie bleiben Kunst und Kultur frei“ war ein voller Erfolg! Mit über 40 Teilnehmer*innen haben wir am 27. März im Kultur­zen­trum GREND in Essen-Steele über die Heraus­for­de­rungen des Kultur­be­triebs im Zeichen des Rechts­ru­ckes diskutiert.

Zunächst gab Mathias Witt­mann, Geschäfts­führer des Medi­en­Kunst­Ver­eins einen Input zu den poli­ti­schen und recht­li­chen Rahmen­be­din­gungen für Kultur­schaf­fende. Dabei stellte er die aktuell schwie­rige Situa­tion der Kunst­schaf­fenden durch Mittel­kür­zungen des Landes und der schlechten Kommu­ni­ka­tion des Kultur­mi­nis­te­riums dar. Dann ging er auf den Kultur­kampf der AfD gegen die Kultur­szene ein, indem er auf bedroh­liche Anträge und Anfragen der Partei verwies. Seinen Vortrag schloss er mit einigen Thesen. Diese umfassten die poli­ti­sche Einfluss­nahme, insbe­son­dere durch auto­ri­täre Kräfte auf die Kultur, die nach­hal­tige Finan­zie­rung von Netz­werken und Insti­tu­tionen, eine starke vernetzte Inter­es­sen­ver­tre­tung, das Zulassen von Debatten über die eigene Bubble hinaus sowie die Wich­tig­keit von quali­fi­ziertem Personal in Verwal­tung und Politik.

Auf den Input folgte eine Podi­ums­dis­kus­sion mit dem Ziel, wie Hand­lungs­mög­lich­keiten und Stra­te­gien für eine leben­dige und resi­li­ente Kultur­szene entwi­ckelt werden können. Unsere Frak­ti­ons­mit­glieder Anna di Bari und Hanna Sander, die beide dem Kultur­aus­schuss ange­hören, mode­rierten die Diskus­sion. Gemma Russo-Bierke, Geschäfts­füh­rerin des GREND eröff­nete die Runde und betonte, dass es wichtig ist, dass es Rahmen­be­din­gungen gibt, die der Kultur eine umfas­sende Frei­heit ermög­li­chen. Ulrike Seybold, Geschäfts­füh­rerin des

Landes­büros Freie darstel­lende Künste NRW diffe­ren­zierte zwischen der inhalt­li­chen Kunst­frei­heit – nicht noch Bestand hat – und der Finan­zie­rung von Kultur. Georg Mentrup vom Consol Theater konsta­tierte, dass die Spiel­räume für Kultur derzeit leider enger werden, beson­ders finan­ziell. Mathias Witt­mann kriti­sierte, dass Entschei­dungs­pro­zesse von Verwal­tung und Politik häufig sehr intrans­pa­rent sind und Kommu­ni­ka­tion teil­weise gar nicht statt­findet. Anastasia Glaser vom Verein zur Förde­rung des Doku­men­tar­films für Kinder und Jugend­li­chen DOXS RUHR ergänzte, dass von konser­va­tiver Seite versucht wird durch Förder­gelder Einfluss auf progres­sive Projekte zu nehmen.

Ein großer gemein­samer Nenner aller Diskussionsteilnehmer*innen war es, dass Kultur­ein­rich­tungen und auch Netz­werke lang­fristig finan­ziert und unter­stützt werden müssen.

Dem Podium und dem Publikum war sehr wichtig, dass sich demo­kra­ti­sche Kräfte gemeinsam mehr unter­stützen müssen. Eine leben­dige Zivil­ge­sell­schaft und eine offene Kultur­szene bedingen sich einander. Der Kultur­kampf von Rechts und die mangelnde Unter­stüt­zung der Parteien der Mitte sind eine echte Gefahr für unser demo­kra­ti­sches System. Passend zu einer der Thesen von Mathias Witt­mann ist echt wichtig, dass wir mehr Banden bilden und die offene Gesell­schaft zusammen verteidigen.