

Matthias Wittmann
Unser Kommunalforum „Wie bleiben Kunst und Kultur frei“ war ein voller Erfolg! Mit über 40 Teilnehmer*innen haben wir am 27. März im Kulturzentrum GREND in Essen-Steele über die Herausforderungen des Kulturbetriebs im Zeichen des Rechtsruckes diskutiert.
Zunächst gab Mathias Wittmann, Geschäftsführer des MedienKunstVereins einen Input zu den politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für Kulturschaffende. Dabei stellte er die aktuell schwierige Situation der Kunstschaffenden durch Mittelkürzungen des Landes und der schlechten Kommunikation des Kulturministeriums dar. Dann ging er auf den Kulturkampf der AfD gegen die Kulturszene ein, indem er auf bedrohliche Anträge und Anfragen der Partei verwies. Seinen Vortrag schloss er mit einigen Thesen. Diese umfassten die politische Einflussnahme, insbesondere durch autoritäre Kräfte auf die Kultur, die nachhaltige Finanzierung von Netzwerken und Institutionen, eine starke vernetzte Interessenvertretung, das Zulassen von Debatten über die eigene Bubble hinaus sowie die Wichtigkeit von qualifiziertem Personal in Verwaltung und Politik.
Auf den Input folgte eine Podiumsdiskussion mit dem Ziel, wie Handlungsmöglichkeiten und Strategien für eine lebendige und resiliente Kulturszene entwickelt werden können. Unsere Fraktionsmitglieder Anna di Bari und Hanna Sander, die beide dem Kulturausschuss angehören, moderierten die Diskussion. Gemma Russo-Bierke, Geschäftsführerin des GREND eröffnete die Runde und betonte, dass es wichtig ist, dass es Rahmenbedingungen gibt, die der Kultur eine umfassende Freiheit ermöglichen. Ulrike Seybold, Geschäftsführerin des
Landesbüros Freie darstellende Künste NRW differenzierte zwischen der inhaltlichen Kunstfreiheit – nicht noch Bestand hat – und der Finanzierung von Kultur. Georg Mentrup vom Consol Theater konstatierte, dass die Spielräume für Kultur derzeit leider enger werden, besonders finanziell. Mathias Wittmann kritisierte, dass Entscheidungsprozesse von Verwaltung und Politik häufig sehr intransparent sind und Kommunikation teilweise gar nicht stattfindet. Anastasia Glaser vom Verein zur Förderung des Dokumentarfilms für Kinder und Jugendlichen DOXS RUHR ergänzte, dass von konservativer Seite versucht wird durch Fördergelder Einfluss auf progressive Projekte zu nehmen.
Ein großer gemeinsamer Nenner aller Diskussionsteilnehmer*innen war es, dass Kultureinrichtungen und auch Netzwerke langfristig finanziert und unterstützt werden müssen.
Dem Podium und dem Publikum war sehr wichtig, dass sich demokratische Kräfte gemeinsam mehr unterstützen müssen. Eine lebendige Zivilgesellschaft und eine offene Kulturszene bedingen sich einander. Der Kulturkampf von Rechts und die mangelnde Unterstützung der Parteien der Mitte sind eine echte Gefahr für unser demokratisches System. Passend zu einer der Thesen von Mathias Wittmann ist echt wichtig, dass wir mehr Banden bilden und die offene Gesellschaft zusammen verteidigen.