Lite­ra­tur­preis Ruhr: Vom Schwimmbad über eine unbe­sun­gene Heldin bis zum Entde­cker der Zukunft

By 19. September 2022Kultur & Sport

Das Ruhr­ge­biet bietet eine breite Lite­ra­tur­land­schaft – in ihr die Kleinode zu finden, ist nicht immer ganz einfach, doch den Lite­ra­tur­preis-Jurys ist es wieder hervor­ra­gend gelungen.

Elif Senel, Annika Büsing, Karola Geiß-Nett­höfel (Foto: Dirk A. Friedrich)

Der Haupt­preis geht an Annika Büsing und ihren Debüt­roman ‚Nord­stadt‘. Sie erzählt darin die unge­wöhn­liche Liebes­ge­schichte von Nene und Boris, die beide mit vielen Heraus­for­de­rungen zu kämpfen haben.

„Annika Büsings Roman zeigt auf eindrück­liche Weise das Leben in den Nord­städten des Ruhr­ge­biets, das häufig von finan­zi­ellen Problemen gekenn­zeichnet ist; in dieser nicht ganz einfa­chen Welt lernen sich zwei junge Menschen kennen und lieben. Büsings Erst­lings­werk ist wunder­schön und authen­tisch. Eine würdige Gewin­nerin des Lite­ra­tur­preises“, sagt Jörg Ober­einer, Vorsit­zender des Ausschusses für Kultur, Sport und Viel­falt im Regio­nal­ver­band Ruhr.

Der Förder­preis geht dieses Jahr an Murat Kayi für seine Geschichte ‚Walfred Zobel‘. Der sati­ri­sche Text schil­dert die fiktive Biogra­phie des ‚Entde­ckers der Zukunft‘ und ‚Erfin­ders der Prokras­ti­na­tion‘. Da ihm Vergan­gen­heit und auch Gegen­wart viel Unbe­hagen bereiten, wird er zum Vordenker der Vorfreude auf die Zukunft.

Elif Senel, Murat Kayi, Ralph Köhnen (Foto: Dirk A. Friedrich)

„Ich freue mich sehr, dass Murat Kayi den Förder­preis gewonnen hat. Seine lebens­be­ja­hende Satire zeigt eine posi­tive Zukunft, die auf einer nicht immer ganz so strah­lenden Vergan­gen­heit und Gegen­wart aufbaut“, meint Martina Lilla-Oblong, die für die Grüne Frak­tion in der Jury zum Förder­preis saß.

Der Ehren­preis für heraus­ra­gende Verdienste um die Lite­ratur im Ruhr­ge­biet geht 2022 an Ursula Friebel, Biblio­the­karin in der städ­ti­schen Biblio­thek in Moers. Sie ist die trei­bende Kraft hinter dem Krimi­fes­tival in Moers, außerdem hat sie 2021 das Projekt ‚Corona – Moers schreibt ein Buch‘ mit auf den Weg gebracht.

Elif Senel, Ursula Friebel (Foto: Dirk A. Friedrich)

„Als Biblio­the­karin und Lektorin ist Ursula Friebel eine wirk­liche unbe­sun­gene Heldin“, sagt Martina Lilla-Oblong, die selbst als Lektorin arbeitet. „Ihre Liebe zur und ihr uner­müd­li­cher Einsatz für die Lite­ratur machen sie zu einer würdigen Preisträgerin.“